Gut aufgestellt

gut aufgestellt KLEIN

Wir alle sind Teil eines Systems, in dem wir leben.

Ähnlich wie bei einem Mobile sind wir alle mit anderen verbunden. So sind wir eingebunden in eine Familie, in ein Team oder einen Mitarbeiterkreis in der Firma, in einen Freundeskreis oder Sportverein. Auch der eigene Körper ist ein System, in dem verschiedene Teile in Verbindung stehen. Ist beispielsweise ein Organ geschädigt, versuchen andere Körperteile auszugleichen. Gelingt dies nicht mehr, nehmen auch andere Körperteile Schaden.
Wie die Fäden des Mobiles die einzelnen Teile verbinden, so sind auch unsere alltäglichen Verbindungen und Netzwerke. Es kann passieren, dass sich Fäden verheddern und Verbindungen nicht mehr glatt laufen. Oder es kann sein, dass ein Teil des Mobiles, beispielsweise ein Familienmitglied, eine Beschwerde hat. Wird dieses Teil schwerer, versuchen die Anderen auszugleichen.
Jeder kann sich vorstellen, was es für ein Arbeitsteam bedeutet, wenn ein Kollege wegen einer „Beschwerde“ immer wieder ausfällt und seiner Arbeit nicht mehr nachkommt. Die übrigen Kollegen im System müssen ausgleichen, damit das Mobile wie gewohnt funktioniert. Unter Umständen hängt irgendwann das ganze Mobile schief oder kippt gänzlich.

Im systemischen Ansatz gehen wir davon aus, dass ein Krankheitssymptom einen Lösungsversuch des Menschen darstellt, ein aus dem Gleichgewicht geratenes System zu stabilisieren.
Damit wir gesund bleiben, ist es unerlässlich in „gesunden“ und möglichst ausgeglichenen Systemen zu leben.

Die systemische Therapie eignet sich zur Einzelarbeit mit Klienten, zur Paar- oder Teamarbeit.

Familien- und Systemaufstellungen dienen dazu, ein mögliches Ungleichgewicht im jeweiligen System deutlich zu machen und zu bearbeiten. Hierfür werden mit dem Klienten gemeinsam stellvertretende Personen oder Platzhalter im Raum aufgestellt. Das (Familien-)System und die Beziehungen der einzelnen Anteile zueinander werden sichtbar. Auf den jeweiligen Plätzen können die Gefühle der aufgestellten Personen wahrgenommen werden. Durch beobachten und befragen der Stellvertreter kann der Therapeut ausgleichend wirken und helfen, das System wieder in (die) Ordnung zu bringen.

 

Aufstellungsarbeit in Einzeltherapie
Es ist nicht immer sinnvoll und möglich, Aufstellungen in einer Gruppe durchzuführen.
Zum einen ist die Gruppe nicht zu jeder Zeit verfügbar und zum anderen möchte nicht jeder Klient seine Probleme vor einer Gruppe erörtern.
Als Stellvertreter dienen dann Bodenanker. Das sind Papierpfeile auf dem Boden, die andere Personen und Anteile des System darstellen. Der Klient und der Therapeut können dann die unterschiedlichen Positionen einnehmen und gemeinsam eine Lösung erarbeiten.

Genauso hat sich im Einzelsetting die Arbeit mit dem Familienbrett bewährt. Dabei werden kleine Figuren als Stellvertreter benutzt. Auf dem (Familien-) bzw. Systembrett lassen sich ebenso gut Beziehungen zueinander darstellen und bearbeiten.

Wann ist eine Aufstellung sinnvoll? Einige Beispiele sind:

  • Probleme innerhalb der Familie
  • Ehe- bzw. Partnerschaftsprobleme
  • Probleme mit den Kindern
  • schwere Schicksale in der Biographie
  • Kinderlosigkeit
  • Fehlgeburten oder Schwangerschaftsabbrüche
  • berufliche Schwierigkeiten
  • seelische Belastungen
  • körperliche Symptome
  • Beratung von Mitarbeitern und Unternehmen
  • u.v.m.

 

Gefahren der Aufstellungsarbeit
Achtsames Herangehen und eine fundierte Ausbildung des Therapeuten sind von besonderer Wichtigkeit. Ein zu schnelles Vorgehen kann Überforderungsgefühle auslösen, daher ist es manchmal sinnvoller in kleinen Schritten vorzugehen und ggf. vorerst einen Teillösung zu erarbeiten. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ist dringend notwendig, um bei der Aufstellung aufkommende Gefühle angemessen verarbeiten und integrieren zu können. Nur so kann sich das System neu ordnen und wieder ausbalancieren.